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Derbe auf die Mütze

Von Danny Davis

Super Smash Bros. war und ist die Antwort auf alle Prügler da draußen. Damals, als der erste Teil auf dem N64 kam, war es eine echte Granate. Das lag aber nicht nur an der Tatsache, dass der restliche Prügelverein auf dem N64 komplett für die Tonne gewesen wäre. Das tolle an Nintendos neuem Schlägergame war einfach, dass man nun endlich mit einer, damals noch kleinen, Horde an Nintendo-Lieblingen an den Start gehen und damit ein für alle mal klar stellen konnte, wer von diesen nun die Hütte rockt.
Mittlerweile gibt es die Keilerei zum dritten Mal. Die zweite Ausführung kam für den Gamecube unter dem Namen Super Smash Bros. Melee und brachte ein paar kleinere Neuerungen mit sich, etwa einen Einzelspielermodus, in dem man nicht nur eine Stage nach der anderen zu bewältigen hatte. Das ganze nannte man dann Adventure-Modus und war so eine Art 2D-Jump'n'Run mit den Nintendo-Helden und –Bösewichten. Nun steht der langerwartete dritte Teil der Reihe in den Läden, was ich davon halte gibt es jetzt zu lesen.

Fangen wir ganz einfach an, die Grafik: Brawl bleibt den Vorgängern in seinem Stil treu. Die Grafik ist wirklich ganz gut gelungen, leider kein Überflieger. Auf manchen Stages ist tatsächlich die Hölle los und ihr habt Mühe bei all den Details den Überblick zu behalten. Dann seid ihr wiederum auf Stages wo einfach nur Ebbe ist: Nichts was sich bewegt oder in irgendeiner Form besonders wirkt. Allerdings ist das auch nicht weiter schlimm, denn wenn ihr euch zu zweit, dritt oder viert richtig eines auf die Murmel gebt, fällt diese Detailarmut nur auf den zweiten Blick auf. Im Gegenteil: Es wird euch beruhigen, dass ihr nur auf eure Kämpfe acht geben müsst, denn die Spielgeschwindigkeit ist auch diesmal extrem hoch.
Die Charaktere wirken aber in allen Kämpfen richtig genial. Sie könnten direkt aus den entsprechenden Spielen stammen. Selbiges gilt allerdings nicht für eure Gegner, denn die sind aus der 0-8-15-Gegnertonne rausgezogen. Ebenfalls nicht weiter schlimm, weil ihr die eh so schnell wie möglich vom Bildschirm fegen solltet. Bei der Grafik muss ich sagen, trotz der Kritikpunkte, hat Nintendo alles richtig gemacht. Die Action kommt stets flüssig rüber, die Effekte wirken wie aus einem Guss.

Auch beim Sound gibt es nichts zu meckern. Ein Schlag hört sich an wie ein Schlag, ein Schuss aus der Kanone von Samus Aran knallt ganz ordentlich. Die Kampfgeräusche sind wie in den Vorgängern einfach nur fett und untermalen die Bilder traumhaft. Am schönsten hören sich aber die Melodien zu den einzelnen Stages an. Diese stammen entweder aus den Games der einzelnen Charaktere oder wurden neukomponiert. So gibt es hier auch einen veränderten Metal Gear Solid Soundtrack zu hören, auf dem ein Lied sogar aus Teil 4 stammt, aber für Super Smash Bros. Brawl leicht verändert wurde.

Kommen wir nun zum eigentlichen Spiel. Zuerst der Einzelspielerteil, denn der Multiplayermodus sollte einzeln betrachtet werden - er ist der Hauptbestandteil des Games. Auf einer Wertungsskala gebe ich dem Einzelspielermodus ein „Durchwachsen“ bis „Sehr gut“. Ihr habt die Möglichkeit den bereits seit dem ersten Teil bekannten Klassikmodus zu zocken. Hier kämpft ihr euch von Stage zu Stage, bei der ihr immer wieder auf andere Gegner oder Gegnergruppen trefft. Das ganze zieht sich über zehn Stages hin, dann trefft ihr - wie immer - auf die Meisterhand.

Der andere Modus, den ihr zur Verfügung habt, nennt sich „Subraum-Emissär“. Hier geht es ähnlich zur Sache, wie im alten Adventure-Modus. Neu ist allerdings, dass ihr eine Karte habt, auf der ihr einzelne Stationen besuchen müsst. Ebenfalls neu ist die Story, die ihr vorgesetzt bekommt, und die zwar nett in vielen Zwischensequenzen erzählt wird, aber vollkommen ohne Synchronisation auskommt. Die Geschichte ist ganz witzig und handelt vom Untergang der Nintendo-Welt, in der alle Charaktere untergebracht sind. Allerdings verbauen einem manchmal die Level doch gehörig den Spielspaß. Viele Stages sind zwar ganz nett und erinnern auch oft an die alte Qualität der früheren 2D-Jump'n'Run-Perlen, die auch fair designed sind und Spaß machen. Ein Großteil ist aber nur schlecht, euer Blickfeld bewegt sich von selbst, manchmal einfach zu schnell, manchmal zu langsam. Und dann kommen auch noch an den unmöglichsten Stellen zu viele Gegner. Das IST ärgerlich, das IST nervig und das IST auch der Grund, warum ich immerzu schimpfte! Aber dann, wenn ich endlich ein Level geschafft habe, fesseln mich die lustigen Zwischensequenzen wieder an den Controller. Von daher ist der Modus doch arg zweischneidig zu bewerten, er erfreut und frustriert gleichermaßen. Zum Glück liegt im Einzelspieler nicht der Schwerpunkt des Spiels...

Denn das Wichtigste kommt jetzt: Der Multiplayermodus. Der rockt. Punkt. Wenn ihr vor eurer Glotze sitzt und noch drei Kumpels dabei habt, geht die Party richtig ab. Gelegentlich wird es zwar ein wenig hektisch, aber das ist zum Glück sehr selten. Es gibt verschiedene Modi, die ihr nutzen könnt, dazu kommen noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten, um eigene Modi zu kreieren.
Aber erst mal zum Standard: Es gibt Team-Deathmatch und Deathmatch, das ganze dann noch auf Zeit oder auf Tode, dazu könnt ihr dann ein Handicap einstellen und die Anzahl und Arten der Items, die auftauchen. Das reicht aus, um euch locker für mehrere Stunden am Stück zu fesseln - und das über Monate hinweg. Das Beste kommt noch: Mit der Wii könnt ihr auch noch Online spielen. Entweder ihr schaut anderen zu und denkt euch neue Taktiken aus, oder ihr gebt den anderen gnadenlos auf die Backen. Eure Münzen vermehrt ihr zusätzlich durch Wetten auf einzelne Matches. Die Münzen braucht ihr für das Minigame Münzshooter, wo ihr euch neue Statuen und Aufkleber freispielen könnt.
Aber nun zum eigentlichen Spielablauf: Ihr kämpft in einzelnen Runden gegeneinander auf kleinen bis großen Plattformen bis die Zeit abgelaufen oder nur noch ein Kontrahent übrig ist. Das macht Spaß und hält bei Laune.

Alles in allem ist der Solomodus also nicht so der Bringer, sorgt aber dafür, dass ihr neue Charaktere, Stages oder andere Boni schneller bekommt. Außerdem könnt ihr eure Spielfigur im Einzelspieler auch ein wenig besser kennen- und spielen lernen. Der Multiplayermodus ist allerdings ein absolutes Pflichtprogramm und auch der Grund, warum das Spiel in keiner Wii-Sammlung fehlen sollte. Holt euch Freunde oder zockt online - oder macht beides. Ein Pflichtkauf ist Super Smash Bros. Brawl aber auf jeden Fall!

Seiten: 1
Super Smash Bros. Brawl
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