Menschen, denen magische Kräfte verliehen wurden, kennen wir zu Hauf: Egal ob als Actionfiguren zu Serien aus den Zeiten der ersten TV-Gehversuche in Schwarz-Weiß, oder als computeranimierte Helden einer witzigen Story. Man könnte fast denken, dass das Superhelden-Image uns schon zum Hals raushängt und genug ausgewalzt wurde. Die Betonung dabei liegt aber auf „man könnte“; denn Freedom Force 2 (vs. the 3rd Reich) zeigt, dass Superhelden-Storys auch heute noch packen können.
Aus etlichen Storys wissen wir bereits, dass sich ehemals gute Helden zu bösen Tyrannen wandeln können. So war es in Filmen von George Lucas und (anscheinend) hat sich bis heute daran nichts geändert: Alchemiss, eine Superheldin mit zwei schlagenden Argumenten (ihren Fäusten), hat Probleme. Freunde greifen sie an, als wäre sie eine Feindin. Bekannte von Alchemiss, die ebenfalls auf der guten Seite kämpfen, wurden von den ehemaligen Guten eingesperrt und die Stadt liegt teils in Schutt und Asche. Huch? Ein Spiel, dass sich auf dem Cover mit einer Gruppe von Superhelden schmückt, die gemeinsam in den Kampf ziehen, startet mit nur einem Charakter? Was ist da falsch gelaufen?
Gar nichts. Denn das ist die Art der amerikanischen Entwickler Irrational Games, den Spieler in die Steuerung einzuweihen. Und schon bald befreien wir einen weiteren Helden, den wir ab da auch steuern können. Zu zweit heizen sie den Feinden ein, schleudern Zaubersprüche und Autos (als handfestere Argumente) auf die Gegner. Die taktischen Aspekte des Spiels werden schnell klar, wenn man per Leertaste das Geschehen pausiert und den Helden in Ruhe Aktionen zuteilt. Per Zahlentasten können wir durch die Helden wechseln, stellen uns kleine Trupps zusammen mit denen wir durch die Level ziehen.
Aus den ehemals einem Charakter wächst nach und nach, geschickt durch kleine Minisequenzen eingeführt, die Anzahl der Teilnehmer an der Freedom Force. Minute Man, Mentor oder auch Tombstone gesellen sich hinzu und lassen sich per ersammelten Punkten kaufen, um im nächsten Einsatz mitzukämpfen. Vor jedem Einsatz stellen wir nämlich unser vierköpfiges Team zusammen, können wahlweise auch noch mit den Charakteren ein Training absolvieren – müssen wir aber nicht.