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Evolution zum Superhit oder vorzeitiges Aussterben?

Von Tim Othold

Spore. Spooooore. Alle reden über Spore. Bereits vor dem Release am 05. September hatte der Creature Creator mit seinen Millionen von Spieler-designten Kreaturen, inklusive den zu erwartenden Genital-Monster-Varianten, Aufhebens um das Spiel gemacht. Die neueste Schöpfung von Will Wright, der schon für Titel wie Sim City und The Sims verantwortlich war, dürfte viele Spieler zumindest interessieren. Aber ist das Interesse gerechtfertigt?


Spore ist eines der wenigen Spiele, deren grundlegendes Prinzip und Gameplay sich nicht mit wenigen Worten erklären lassen. In einem Mix aus Strategiespiel, Rollenspiel, Weltraumsimulation, 2D-Scroller und Baukasten mit Buntstiften schafft man eine Kreatur und führt sie vom Einzeller-Dasein bis ins Weltraum-Zeitalter. Die Evolution ist hierbei in mehrere Phasen unterteilt: Zu Beginn schwabbelt die eigene Lebensform durch prähistorische Ursuppe und kennt nur ein Ziel: Fressen!
Ob als Pflanzen- oder Fleischfresser, vertilgte Nahrung bringt Punkte, die Kreatur wächst und nach und nach werden auch neue Körperteile freigeschaltet, die man sich im Design-Modus fröhlich an seine Schöpfung pappen darf, um dann mit den erworbenen Stacheln besser jagen oder mit neuen Flossen schneller schwimmen zu können.

Spore

Im Design-Modus: Welcher Körperteil darfs denn sein?

Ist die Kreatur groß genug, so wechselt Spore in die nächste Phase. Passend zum neuen Nest und Leben auf dem Land gibt es endliche die 3. Dimension. Das neue Ziel ist das alte Ziel in grün: Punkte sammeln, Körperteile freischalten und Weiterentwicklung. Besagte Punkte gibt es auf zwei Wege, durch das friedliche Beeindrucken von allem was sonst so kreucht und fleucht, oder durch Jagd und Ausrottung der anderen Spezies. Klickt man in der Nähe des eigenen Nests auf einen Knopf, kommt auch schon ein Partner, bzw. Partnerin und nach offensichtlich telepathischem Sex wird ein Ei gelegt, dessen Inhalt im bekannten Design-Modus mit den neuen Eigenschaften ausgestattet werden kann. Inwiefern der Partner-Ruf-Knopf auf unterdrückte freudsche Sehnsüchte der Programmierer nach einem booty-call im echten Leben schließen lässt, ist aber wohl ein Thema für einen anderen Artikel.

Spore

Auch der Luftraum ist nicht vor meinen wirren Kombinationen gefeit.

In der folgenden Stammesphase betreut der Spieler nicht mehr nur eine, sondern bis zu zwölf Kreaturen, und muss andere Stämme entweder ausradieren oder als Verbündete gewinnen, um wiederrum die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen.
In dieser vierten Phase geht es um das Gleiche, nur wird kein Stamm mehr gesteuert, sondern eine Nation geführt. Selbst entworfene Panzer oder Diplomatie ersetzen Steinäxte oder beeindruckende Musik. Diese zwei Phasen spielen sich ähnlich vieler Strategiespiele.

Ist der Planet durch Krieg oder in Frieden vereint, steht die letzte Stufe von Spore an: Der Weltraum! Der Spieler übernimmt die Steuerung eines einzelnen Raumschiffs und muss mit diesem Gefährt zu anderen Sternen reisen, Kolonien gründen und aufbauen, fremde Kolonien kaufen, erobern oder zerstören und ganze Planeten terraformen, um mehr Leben und mehr Kolonien zu ermöglichen. Bestimmte Errungenschaften wie etwa „zehn eroberte Planeten“ schalten dann Raumschiff-Upgrades, wie neue Terraforming-Werkzeuge oder bessere Waffen, frei. Und mit der sehr, sehr, seeeeehr großen Anzahl von Sternen ist die Weltraumphase von Spore quasi ein Endlosspiel.

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Spore
USKFreigegeben ab 12 Jahren Preis43,95 € (bei Amazon kaufen) PublisherElectronic Arts EntwicklerElectronic Arts

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