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Realwahn - Wahn real?

Von Danny Davis

Es gibt viele Themen, die man in der Zockerszene besprechen kann. Es gibt viel, worüber man informieren muss - aber auch viel, worüber man die Spieler, sowie die Zuschauer aufklären muss.
Ich hatte gestern eine Unterhaltung mit meiner besseren Hälfte, welche entstand, als wir uns eine Folge von GameOne auf MTV ansahen. Ein Beitrag über Call of Duty 4. Meine Freundin war regelrecht geschockt von dem, was man sah; denn es sah aus, wie im Fernsehen. In einer Mission muss man auf menschenförmige weiße Gestalten schießen, bei denen man nicht einmal sagen kann, ob diese Zivilisten sind oder eben doch Terroristen. Die Grafik sieht wirklich gut aus, aber wie gut muss Grafik aussehen?
Natürlich haben wir die Möglichkeiten, aber müssen wir sie nutzen? Wohin führt uns dieser Realitätswahn? Zerstören wir damit nicht unser Hobby?

Was ich meine ist einfach: Zocker flüchten in eine Welt, ihre Welt, die Fantasiewelt der Designer und Entwickler. Ein großes Problem sind die Entwickler und Publisher, die in ihrem Wahn dem echten Leben, oder Ausschnitten aus diesem, so gut es geht nach zu eifern versuchen. Niemand hat etwas dagegen auf einem Raumschiff Aliens abzuschießen, allerdings fangen die Probleme an, wenn man realistische oder gar reale Szenarien nimmt, wie eben bei CoD 4.
Es wird sich eine Frage von Außenstehenden aufdrängen: Darf man an sowas Spaß haben? Meine Antwort ist ein Jein. Man darf Spaß daran haben, solange man in der Lage ist zwischen Realität und Spiel noch eine klare Grenze zu ziehen. Allerdings verschwimmt diese Grenze immer mehr. Was kann man also tun, um solche Spiele auch in Zukunft ohne schlechtes Gewissen noch spielen zu dürfen?
Ganz einfach. Man muss sich mit den Kritikern, sei es nun die Familie oder die Freunde, besser auseinandersetzen, indem man sich über die Themenbereiche des Spiels informiert. Man darf unter keinen Umständen die Sache verharmlosen oder gar Vergleiche, wie etwa „in Super Mario töte ich auch“ ziehen - denn diese werden nicht verstanden. Klar wären sie richtig, aber nicht richtig genug, um als wahr zu gelten.

Ein ähnliches Problem bereitet uns Schreibern und auch euch Zockern Manhunt 2. Sollen wir sowas spielen? Wenn nein, warum nicht? Sollen wir überhaupt sagen, dass es sowas gibt? Wenn ja, warum? Der steigende Realismus bzw. Realitätsgrad macht es uns schwerer das, was wir an Gewalt sehen, als Nichtigkeit abzutun. Genauso fällt es uns schwer eine ernsthafte Diskussion zu führen. Zum einen sind die Gegner, sei es nun TV oder Print-Medium, zu mächtig, zum anderen sind die, die wir verteidigen wollen, selbst extrem gespalten...

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