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Spieler sollen nicht spenden

Von Jan-Philipp Buck

Dem SOS Kinderdorf e.V. scheint es gut zu gehen. Wer spenden will wird erst gescannt, ob er auch zum Image des Vereins passt - so jedenfalls geschehen, als sich die Spielewebseite Gamersunity dran machen wollte, und Spendenbanner kostenlos auf ihren Seiten einbaute. Auf Anfrage nach Bannern kam seitens der SOS Kinderdörfer eine Absage. Thomas Lacker, Sprecher des Vereins, auf Nachfrage von Eurogamer: „Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben. Diese Spiele enthalten massive und wirklichkeitsnahe Gewaltdarstellungen, die wir als unethisch ablehnen.“

Dass das naiv ist, muss ich hier sicherlich nicht genauer erläutern. Es wäre nicht so schlimm, jeder darf Vorurteile haben - schließlich fallen die auch unter die Meinungsfreiheit. Wäre da nicht der Widerspruch mit dem Vereinsziel, nämlich zu helfen. Spenden sollte man mit offenen Armen empfangen.
Und dann wäre da noch die Sache mit dem Konjunktiv. Man könnte Spiele spielen, bei denen dann der Spieler virtuelle Gewalt ausüben könnte. Auch bei Organisationen wie den SOS Kinderdörfern scheint man desinteressiert an tiefergehenden Recherchen zu sein. Und so etwas kann mich aufregen. Der Motorsport tut den Kinderdörfern etwas Gutes - darf er. Plötzlich ist es vergessen, dass der Fahrstil beim Rennsport von Zuschauern adaptiert werden könnte, und so Unfälle mit Toten im Straßenverkehr passieren könnten; ja, da ist der Konjunktiv auch enthalten - aber das ist eben das Prinzip, nachdem vorgegangen wird. Fast vergleichbar mit im Affekt handelnden Menschen, die nicht mehr rational agieren. Videospiele - Assoziation: Killerspiele. Pressesprecher schreit: Panik! Und schwups, schon sind Spieler unwillkommene Spender.

Liebe Kinder, die ihr bei den SOS Kinderdörfern und auf Spenden angewiesen seid: Euch hat man bei solchen Aktionen vergessen. Es zählt nicht mehr der Zweck. Das ist traurig.

Links
- SOS Kinderdorf e.V.

Quellen
- Gamersunity

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