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Nur ein lahmer Aufguss?

Von Danny Davis

Damals, in den guten alten Zeiten, ja, da war noch alles gut. Und heute? Keine wirklichen Hüpfhelden außer Mario, selbst Sonic hat die Schuhe an den Nagel gehängt, rennt jetzt lieber mit als gegen Mario. Wo sind die ganzen Helden? Banjo ist weg vom Fenster, Wiedersehen ungewiss. Donkey Kong trommelt lieber, hat sich von der aktiven Hüpferei zurückgezogen. Samus ist auch lieber damit beschäftig in Adventure- und Egoshooter-Manier die Gegner das Fürchten zu lehren. Selbst der alte, angegraute - und vielleicht vergessene - Gex gibt kein Lebenszeichen mehr von sich.
Grund genug für Microsoft einen alten Rentner wieder in den aktiven Dienst zu schicken, aber nicht in einem neuen Abenteuer, sondern in seinem einzigen auf stationären Konsolen. Rare ist ja schon seit einiger Zeit beim Softwareriesen, Zeit deren Marken auszuschlachten. Erstes Opfer wird der gute, alte, versoffene, rauchende, rülpsende, furzende, geldgeile, fluchende Conker.

Also dann mal los, neue Runde, neues Glück. Conker war damals ein geniales Spiel, leider hat viele Zocker der damalige Modulpreis von 149,99 DM (Deutsche Mark) abgeschreckt. Wenn wir das mal ganz grob umrechnen, ergibt das circa 75€. Auch heute noch ist das viel Schotter, aber mal im ernst: So weit ist das auch nicht mehr bei der aktuellen Generation hin. Standardgames gehen heute für 60 - 70€ über die Ladentheke und sind dann nur auf eine DVD gepackt. Mittlerweile gibt es das 150DM-Spiel fast nur noch in Z-Stores, bei Ebay oder unserem Tauschhändler des Vertauens, dem guten alten Spieleladen an der Ecke. Die Preise fallen sehr unterschiedlich aus, allerdings sollte man schon mit 15 - 25€ rechnen. Das ist für ein Remake, welches als „Classic“-Version erhältlich ist und schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat immer noch einiges von eurem kunterbunten Moos. Daher die Frage der alten Hasen und jungen Rehkitze, die gefangen in der großen und kostspieligen Welt der Videospiele sind: Lohnt sich die Sucherei überhaupt?

Grundsätzlich müsst ihr euch, bevor ihr weiterlest, vier Fragen stellen. Habt ihr den Vorgänger gespielt? Fandet ihr ihn gut? Wollt ihr bessere Grafik als damals? War euch das Spiel so viel Wert, dass ihr es euch noch einmal kaufen würdet?

Wenn ihr alle mit „Ja“ beantwortet habt, am Besten noch ohne zu zögern, braucht ihr gar nicht weiterzulesen, denn Conker ist wie Conker war. Nur hübscher und in der Sprachausgabe zensiert, wobei der Humor erhalten bleibt. Der Rest soll, kann, darf, muss, will - wie auch immer - erst mal in aller Ruhe weiterlesen, denn es ist nicht alles bunt, grün und supertoll an solchen „Bad Fur Days“.

Aber zuerst alle positiven Eindrücke - und die haben sich in den letzten paar Jahren rein gar nicht verändert. Nach wie vor führt euch Conker durch nur einen einzigen verrückten Tag in seinem Leben, in dem er es geschafft hat König zu werden. Ihr lauft durch die Welt und nutzt euren Schwanz als Propeller, um länger und weiter hüpfen zu können. Wie früher erwarten euch witzige Dialoge, die meist vor Beleidigungen, Flüchen, Schimpfwörtern oder Fäkalhumor nur so strotzen. Deshalb wird Conker geliebt. Oder gehasst.
Tief in unserem Herzen sind wir doch alle Schweine. Leider gab es die Wortspiele nur auf dem N64 noch komplett unzensiert, während auf der XBox die Worte mit verschiedenen Symbolen überdeckt und - wie aus dem TV bekannt - überpiepst werden. Was die einzelnen Akteure aber sagen wollen, ist trotzdem klar.

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Conker - Live & Reloaded
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